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OVB-online/ Digitaler Dauerstress macht doof

SUCHTGEFAHR BEI JUGENDLICHEN

Digitaler Dauerstress macht doof

Rät zur „digitalen Diät“: Benjamin Grünbichler, Geschäftsführer der Präventions- und Suchthilfeeinrichtung „Neon“ Rosenheim – hier bei einem Vortrag am Gymnasium Waldkraiburg. Gymnasium © OVB

Immer online, immer erreichbar – die Gefahren permanenter Smartphone-Nutzung waren Thema am Gymnasium in Waldkraiburg im Rahmen eines Suchtpräventionprojektes, an dem auch die Gymnasien Gars und Mühldorf teilnahmen. Bei einem Vortrag – diesmal für die Eltern – ging es um die Bedeutung des digitalen Dauerstresses: wenn die Sprösslinge permanent am Smartphone hängen und ständig „alle Kanäle checken“.

Waldkraiburg/Mühldorf/ Gars – Um der Suchtgefahr bei Jugendlichen vorzubeugen, führt die gemeinnützige Einrichtung zur Prävention und Suchthilfe, „Neon“, an den drei Landkreis-Gymnasien seit vergangenem Jahr ein Suchtpräventionsprojekt für Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe durch. Begleitend zu den Workshops der Schüler, fand am Gymnasium Waldkraiburg auch ein Informationsvortrag für Eltern, Lehrkräfte und Interessierte statt, der wieder auf reges Interesse stieß, wie sich Lehrerin Annette Holzner freut.

Benjamin Grünbichler, Geschäftsführer der Präventions- und Suchthilfeeinrichtung „Neon“ Rosenheim, referierte zum Thema „Im digitalen Dauerstress: Warum die permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist“.

Bei Facebook checken, ob man für das neue Foto schon ein paar Likes bekommen hat, bei Whatsapp mal schnell schauen, wer online ist, E-Mails abfragen, bei Twitter suchen, ob es was Neues gibt. Für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist ein Tag ohne Smartphone undenkbar.

„Digitale Diät mit handyfreien Zonen und Zeiten in der Familie festlegen“ Benjamin Grünbichler, Suchttherapeut

Zwangsläufig stellt sich die Frage, welche Folgen der digitale Dauerstress hat. Das menschliche Gehirn ist – anders als ein Computer – nicht auf parallele Verarbeitung (Multitasking) programmiert. „Um gut arbeiten zu können, müssen wir uns konzentrieren können und eins nach dem anderen machen“, so der Referent.

Die permanente Ablenkung und die ständigen Unterbrechungen der Tätigkeiten durch den Blick auf das Smartphone verhindern Ruhephasen und führen dazu, dass man sich nicht mehr voll und ganz einer Sache widmen könne und automatisch verringere sich die Leistungsfähigkeit, erläuterte Grünbichler. „Wir erreichen nicht mehr den „Flow“, den Zustand, wenn man sich voll und ganz einer Aufgabe widmet, konzentriert und produktiv ist. Ein Zustand, der uns auch Glücksgefühle vermittelt.“

Um diesem digitalen Dauerstress zu entkommen rät der Suchttherapeut zur „digitalen Diät“, zu handyfreien Zeiten und Zonen, die man gemeinsam in der Familie festlegt. Sinnvoll ist es auch, wieder Armbanduhr und Wecker zu benutzen, so entfallen automatisch viele Anlässe, das Smartphone anzuschalten. Den Eltern, die sich bei der Handyerziehung ihrer Kinder vor vielfältige Schwierigkeiten gestellt sehen, empfiehlt der Experte keine rigorosen Verbote. Das generelle Verbot bedeute für junge Menschen nur, sie von Freundschaften und sozialen Kontakten abzuschneiden. Dennoch müssen Eltern die Handynutzung ihrer Kinder regulieren und klare Strukturen vorgeben: sinnvoll sei es, bereits vor dem Kauf eines Mobiltelefons mit den Kindern Regeln für die Handynutzung festzulegen und diese am besten schriftlich zu fixieren. Hilfreich sind auch Kindersicherungen für das Smartphone, mit denen man altersgemäß etwa die Nutzungszeit für bestimmte Apps festlegen kann. Und nicht zuletzt müssen Eltern auch Vorbild sein.

 

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